Dienstag, 28. Juli 2009

Onlinesuche 19

Gemütlichkeit geht anders 17.2.2008
Erste Dates haben etwas von Vorstellungsgesprächen an sich: Mann/Frau bewirbt sich um einen Job als Frau/Mann des Gegenübers. Genau genommen sind es zwei parallel ablaufende Vorstellungsgespräche, denn M bewertet F und wird von F bewertet. Es gibt Abzüge in der A-Note bei Unpünktlichkeit (Technischer Wert im Eiskunstlauf...) und Abzüge in der B-Note bei Styling-Sünden (dito). Worte werden genauestens auf Goldwaagen bemessen...

Mann/Frau scherzt und testet die Humorschallgrenze und die Pointeneffizienz. Wieso zündet mein Lieblingswitz gerade heute nicht??? Oder ist er gar nicht so toll, wie die anderen vorher behauptet haben?

Nach einer...oder zwei Stunden ist es dann vorbei. Wenn nicht gleich Klartext geredet wird, fahren oder gehen die Kandidaten nach Hause. Selten zusammen, würde ich mal schätzen (Ausnahme Sex-Date).

Dann kommt das Warten auf die mündliche oder schriftliche Reaktion. Ich habe nicht einmal erlebt, daß der entsprechende Herr der Schöpfung sich zuerst gemeldet hat.
Zu feige...zu unhöflich oder zu höflich...vielbeschäftigt...vergeßlich...keine Ahnung.
Für Männer ist der Fall offenbar sofort erledigt, wenn frau nicht die richtige Herzensdame ist.
Also habe ich ihnen die mühevolle Arbeit abgenommen und mich nach ein paar Tagen Wartezeit höflich verabschiedet. Es kam nie Protestgeschrei (eine Ausnahme - ich habe ihm seine Lügenmärchen unter die Nase gerieben) und kein Dubistesjadoch-Ruf.

Nun ja, im Berufsleben führt man u.U. auch viele vergebliche Gespräche, bis man einen Job ergattert - warum soll es in der Liebe anders sein???

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