Dienstag, 4. August 2009

Heiratsschwindler

Zu den tollen Erfahrungen, die ich in meiner kurzen Karriere als Frau machen durfte, gehörte auch die Begegnung mit einem waschechten Heiratsschwindler. Wenn alle seine Versprechungen wahr geworden wären, hätte ich damals ein Auto, einen Verlobungsring und eine Reise nach Kanada bekommen...
Es war kurz nach der offiziellen Wiedervereinigung 1990, da wurden wir von Ganoven aller Art überrannt, Versicherungsfuzzis, Teppichhändler...aber zurück zum professionellen Lügenmann.
In Wahrheit hat er mir einen Taschenrechner (der war zu DDR-Zeiten echt teuer gewesen, umgerechnet 650 Mark), einen goldenen Ring und einen Gürtel gestohlen. Viel schwerer wog aber für mich, daß er das Vertrauen meiner Eltern mißbraucht hat.Die zwei waren sehr gastfreundlich zu dem Saubatzi und hofften wohl auf Heirat und Enkelkinder.
Bei mir war zu dem Zeitpunkt herztechnisch nichts zu versauen - ich hielt mich für nicht vermittelbar und kam mir die ganze Zeit wie die Zweitbesetzung in einem sehr schlechten Film vor.

Er beschränkte sich mit seinem Paarungswahn auch nicht auf meine Person, sondern warf seine Netze weit aus und brach einige Frauenherzen aus dem Betrieb meines Vaters.Wahrscheinlich hat eine von ihnen den geklauten Ring bekommen...ihn sicher nicht.

Ruhe in Frieden, wo immer du heute auch rumlügst!

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